Unsere Nahrung ist gleichzeitig unsere tägliche Medizin. Viele Naturprodukte haben gesundheitliche Wirkungen.
Nicht nur Heilpraktiker, sondern auch manche Ärzte weisen auf die gesundheitlichen Vorteile von Tomatenprodukten hin. Dabei ist ein Lebensmittel besonders interessant, das in nahezu jedem Supermarkt erhältlich ist, wenig kostet und sich problemlos in die tägliche Ernährung integrieren lässt. Dreifach konzentriertes Tomatenmark.
Bereits ein Teelöffel täglich kann zur Versorgung des Körpers mit Lycopin beitragen. Dieser natürliche rote Pflanzenfarbstoff gehört zur Gruppe der Carotinoide und besitzt antioxidative Eigenschaften. Er kann in experimentellen Untersuchungen bestimmte freie Radikale abfangen, die an oxidativen Zellschäden beteiligt sind.
Besonders interessant ist die Kombination mit Olivenöl. Lycopin ist fettlöslich und kann vom Körper zusammen mit etwas Fett besser aufgenommen werden. Auch die Verarbeitung der Tomaten zu Tomatenmark verbessert die Verfügbarkeit des Pflanzenstoffs.
Bereits nach wenigen Wochen regelmäßigen Verzehrs können sich erste messbare Veränderungen zeigen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Lycopinkonzentration im Blut ansteigen kann. Einzelne Studien berichten zudem über positive Veränderungen bestimmter Marker für oxidativen Stress und die Gefäßgesundheit. Allerdings sind messbare Stoffwechselveränderungen nicht mit spürbaren gesundheitlichen Verbesserungen gleichzusetzen.
Was Lycopin in unserem Körper bewirken kann
Unser Körper ist täglich oxidativen Prozessen ausgesetzt. Dabei entstehen freie Radikale. Diese reaktionsfreudigen Moleküle erfüllen wichtige Aufgaben, können im Übermaß jedoch Zellbestandteile schädigen. Man spricht dann von oxidativem Stress.
Lycopin gehört zu den Carotinoiden und besitzt antioxidative Eigenschaften. Besonders interessant sind Untersuchungen zur Herz-Kreislauf-Gesundheit. Einige Studien deuten darauf hin, dass lycopinreiche Tomatenprodukte die Funktion der Blutgefäße und bestimmte Entzündungsmarker günstig beeinflussen könnten. Die Ergebnisse sind jedoch nicht einheitlich.
Auch bei Fettleber und entzündlichen Stoffwechselprozessen wird Lycopin erforscht. Ein ausreichender Nachweis einer therapeutischen Wirkung beim Menschen fehlt bislang. Kleinere Studien untersuchten zudem einen möglichen Einfluss auf UV-bedingte Hautrötungen. Ein Ersatz für Sonnenschutz ist Tomatenmark nicht.
Ein Teelöffel am Tag
Ein Teelöffel dreifach konzentriertes Tomatenmark entspricht ungefähr fünf bis sieben Gramm. Je nach Produkt liefert diese Menge etwa 1,5 bis 3 Milligramm Lycopin. Für genau diese Menge ist jedoch kein bestimmter gesundheitlicher Effekt wissenschaftlich gesichert.
Wer Tomatenmark vor dem Abendessen isst, kann seine Lycopinzufuhr erhöhen. Entscheidend ist weniger die Uhrzeit als die Zusammensetzung der Mahlzeit. Weil Lycopin fettlöslich ist, unterstützt etwas Olivenöl seine Aufnahme. Auch Zerkleinern und Erhitzen der Tomaten machen den Pflanzenstoff leichter verfügbar.
Günstig statt teuer
Dreifach konzentriertes Tomatenmark ist preiswert, nahezu überall erhältlich und lange haltbar. Ein Teelöffel kostet meist nur wenige Cent. Nahrungsergänzungsmittel mit isoliertem Lycopin können erheblich teurer sein, ohne dass für gesunde Menschen eine routinemäßige Einnahme notwendig wäre.
Tomatenmark enthält neben Lycopin weitere Pflanzenstoffe und Mineralstoffe. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich. Ein schlichtes Produkt aus konzentrierten Tomaten genügt. Zusätzlicher Zucker ist nicht erforderlich.
Was die Wissenschaft tatsächlich belegt
Gut belegt ist, dass Lycopin aus verarbeiteten Tomatenprodukten aufgenommen wird und seine Konzentration im Blut bei regelmäßigem Verzehr steigen kann. Kontrollierte Untersuchungen zeigen außerdem, dass die Aufnahme mit Nahrungsfett verbessert werden kann.
Weniger eindeutig sind konkrete gesundheitliche Langzeiteffekte. Manche Studien berichten über günstigere Werte bei Gefäßfunktion, Blutdruck oder oxidativem Stress, andere finden keine klaren Unterschiede. Die untersuchten Mengen waren häufig wesentlich größer als ein Teelöffel Tomatenmark. Ergebnisse solcher Studien lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf eine kleine tägliche Portion übertragen.
Auch eine Vorbeugung gegen Krebs durch Lycopin ist bislang nicht überzeugend nachgewiesen. Tomatenmark bleibt dennoch ein sinnvoller Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung. Ein preiswertes Lebensmittel muss keine Wunder vollbringen, um einen Platz auf unserem Speiseplan zu verdienen.
Quellen und wissenschaftliche Einordnung
- Gärtner, C., Stahl, W. und Sies, H. (1997). Lycopene is more bioavailable from tomato paste than from fresh tomatoes. American Journal of Clinical Nutrition, 66(1), 116–122.
- Stahl, W. et al. (2001). Dietary tomato paste protects against ultraviolet light-induced erythema in humans. Journal of Nutrition, 131(5), 1449–1451.
Die genannten Untersuchungen betreffen die Lycopinaufnahme beziehungsweise UV-bedingte Hautrötungen. Sie belegen nicht, dass ein einzelner Teelöffel Tomatenmark täglich Krankheiten verhindert.
